Blutbild Katze: Alle Werte einfach erklärt
Von Hämatokrit bis Kreatinin — was der Laborbefund deiner Katze wirklich bedeutet.
Der Tierarzt empfiehlt ein Blutbild — und plötzlich blickt man auf ein Dokument voller Abkürzungen, Zahlen und Referenzbereiche. Was bedeutet HCT 28 %? Warum ist die ALT doppelt so hoch? Dieses Wissen hilft dir, die wichtigsten Werte deiner Katze einzuordnen und das Gespräch mit dem Tierarzt gezielter zu führen.
1. Das rote Blutbild — Sauerstoffversorgung der Katze
Das rote Blutbild beurteilt die roten Blutkörperchen und ist besonders wichtig für die Diagnose von Anämien. Bei Katzen ist eine Anämie häufiger als bei Hunden, da Katzen empfindlicher auf viele Erkrankungen reagieren.
- Erythrozyten (RBC): Anzahl der roten Blutkörperchen (Referenz: 5,0–10,0 x10¹²/l)
- Hämatokrit (HCT / PCV): Anteil fester Blutbestandteile (Ref.: 24–45 %)
- Hämoglobin (HGB): Sauerstofftransportprotein (Ref.: 8–15 g/dl)
- MCV / MCHC: Größe und Hämoglobingehalt der einzelnen Blutkörperchen
2. Das weiße Blutbild — Immunabwehr & Entzündung
Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind das Immunsystem deiner Katze. Katzen reagieren sehr sensibel auf Stress — selbst der Tierarztbesuch kann kurzfristig die Leukozytenwerte verfälschen (Stress-Leukozytogramm).
- Leukozyten gesamt (WBC): Gesamt-Immunzellen (Ref.: 5,5–19,5 x10⁹/l)
- Neutrophile: Bakterienbekämpfung — erhöht bei Infektionen
- Lymphozyten: Virenabwehr — stark erhöht bei FeLV oder FIV
- Eosinophile: Parasitenabwehr / Allergien
3. Leberenzyme — ALT, AST & GLDH
Leberenzyme steigen an, wenn Leberzellen beschädigt werden. Die ALT (Alanin-Aminotransferase) ist der empfindlichste Leberwert bei der Katze. Leicht erhöhte Werte können durch Stress, Fettleber (Hepatische Lipidose) oder Medikamente entstehen.
- ALT (Referenz: < 75 U/l): Leberenzym — spezifisch für Leberzellschäden
- AST: Weniger spezifisch, steigt auch bei Muskelschäden
- GLDH: Schwerer Leberparenchymschaden — meist relevanter als ALT allein
4. Nierenwerte — Kreatinin, Harnstoff & SDMA
Katzen sind besonders nierenkrankheitsanfällig — CNE (Chronische Nierenerkrankung) ist die häufigste Todesursache bei Katzen über 10 Jahren. Deshalb sind Nierenwerte bei jeder Routineuntersuchung ab dem 7. Lebensjahr wichtig.
- Kreatinin (Ref.: 71–212 µmol/l): Filterleistung der Nieren
- Harnstoff (BUN): Eiweißstoffwechsel und Nierenfunktion
- SDMA: Früherkennung von Nierenschäden (sensitiver als Kreatinin)
- Phosphat: Bei Niereninsuffizienz oft erhöht — diätetisch beeinflussbar
5. Spezielle Katzen-Blutzucker: Diabetes mellitus
Übergewichtige Katzen erkranken häufig an Diabetes. Eine Nüchtern-Glukose über 12 mmol/l zusammen mit klinischen Symptomen (viel trinken, viel urinieren, Gewichtsverlust) deutet auf Diabetes hin. Stresshyperglykämie ist bei Katzen häufig — ein einzelner erhöhter Wert beim Tierarztbesuch sollte nicht überbewertet werden.
Das Wichtigste in Kürze
Passende GOT-Behandlungskosten
Häufige Fragen zu diesem Thema
Wie oft sollte bei einer Katze ein Blutbild gemacht werden?
Bei gesunden adulten Katzen (1–7 Jahre) reicht ein Check-up alle 1–2 Jahre. Ab dem 7. Lebensjahr empfehlen die meisten Tierärzte ein jährliches Seniorenprofil inkl. Blutbild, da CNE und Hyperthyreose häufig werden.
Muss die Katze vor dem Blutbild nüchtern sein?
Ja, idealerweise 8–12 Stunden Nahrungskarenz vor der Blutentnahme. Wasser darf getrunken werden. Bei Frettchen und Heimtieren gelten kürzere Nüchternzeiten — bitte beim Tierarzt erfragen.
Was bedeutet Hämatokrit 28 % bei meiner Katze?
Ein Hämatokrit unter 25 % gilt bei Katzen als Anämie. 28 % liegt an der unteren Grenze des Normalbereichs (24–45 %) — es ist eine Verlaufskontrolle sinnvoll, um zu sehen ob der Wert stabil bleibt oder weiter fällt.
Hast du einen konkreten Befund vor dir liegen?
Lade das Blutbild oder die Laboranalyse deines Tieres hoch und erhalte in wenigen Sekunden eine verständliche Zusammenfassung.